Obsidian Voice: Taste of Night
Obsidian Voice ist das Soloprojekt von Obsidia, die mit ihren Songs "den dunklen Seiten menschlicher Emotion nachspürt" und diese mit ihrem Gesang und dem Klang des Klaviers in Szene setzt. Mit ihrer lieblichen, anmutigen Stimme würde sie von jeder Heavenly Voices-Band sofort angenommen. Doch Obsidia zieht es vor, Musik auf das wesentliche zu reduzieren. Nur eine zweite Gesangsstimme erlaubt sie sich bisweilen und einmal einem Mann, der auch eine dezente Akustikgitarre beisteuert (Farouk Martini in "Embrace Me"). Stilistisch liegt Obsidian Voice irgendwo zwischen Klassik, Romantik und Neofolk, wobei die Betonung eindeutig auf Klassik liegt. Rosenfels fällt mir vergleichend ein (vielleicht sollten die mal zusammen performen). Leise Töne für zärtliche Nächte voller Melancholie.
Joe Asmodo ZILLO, 11/2003
Und zum Beitrag bei "Voices of Darkness I": "Sehr schön sind auch die Stücke von Obsidian Voice (hochmelodisch, sehr sehnsuchtsvoll und romantisch, in einer Mixtur aus Chanson und Mittelalterballade) und Boheme Farouk Martini (ein elegisches und leidenschaftliches Gesangsduett plus Gitarre und Piano).
Mit "Taste of Night" präsentiert uns Künstlerin Obsidia bereits die zweite Veröffentlichung ihres Projektes "Obsidian Voice". Bei diesem Projekt handelt es sich laut Bandinfo um Piano Dark-Wave. Und eine bessere Beschreibung könnte es kaum geben denn die Musik besteht bis auf wenige Ausnahmen nur aus dem genannten Piano sowie der Stimme der Sängerin. Von intensiver und emotionaler Musik begleitet erzeugt diese mit ihrer warmen, sehr gefühlvollen und variablen Stimme - meist befindet man sich in dunkleren Gefilden, an einigen Stellen wird es aber auch Engelsgleich hoch - eine sehr traurige und bedrückende Atmosphäre in welcher aber auch irgendwie noch ein kleines Fünkchen Hoffnung seinen Platz gefunden hat. Das klassisch inspirierte Klavierspiel ist gekonnt, die leisen Melodien erzeugen eine Gänsehaut und die Sängerin hat eine wunderschöne, zum träumen anregende Stimme. Und doch ist "Taste of Night" nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Man muss zwingend in der richtigen Stimmung sein um sich solch ruhige und traurige Musik anzuhören damit die CD ihre Wirkung richtig entfalten kann. Ideal ist sie für einsame Stunden sowie für ruhige, nachdenkliche Momente. Wer sich Musik nur nebenbei oder im Hintergrund anhört sollte sein Geld lieber für was anderes aufheben. Die CD wird durch zwei Gast-Musiker ein wenig aufgelockert. Während Chiara Luna ein ebenso gekonntes Arrangement und Pianospiel in dem Song "Schneezart" wie Obsidia abliefert, lässt Boheme Farouk Martini im letzten Stück "Embrace me" neben seiner sehnsüchtigen, dunklen Stimme eine auflockernde Gitarre ertönen. Insgesamt ist "Taste of Night" ein düsteres und trauriges Werk für die einsamen, nachdenklichen Stunden. Die Songs sind voll von Sehnsucht, Verzweiflung, Traurigkeit und Schwermut wirken aber zu keiner Zeit depressiv sondern einfach nachdenklich. Eine gute CD die allerdings ganz klar nichts für jeden ist.
Menschenfeind (Hertz Attacke) , 09/2003
Bereits die zweite Veröffentlichung hat Künstlerin Obsidia mit ihrem Projekt Obsidian Voice am Start, und wer im Jahre 2001 Black Wine verpasst hat, sollte sich nun wirklich mal etwas Zeit für Taste of Night nehmen. Von ruhigen, warmen Pianomelodien begleitet, schafft die Sängerin mit ihrer dunklen, sehr schönen und nuancierten Stimme eine klassikbasierte Atmosphäre zwischen Schwermut, Traurigkeit, Entspannung und Sehnsucht, lässt sich dabei stellenweise von Chiara Luna sowie Boheme Farouk Martini von Fay September unterstützen und bietet mit Taste of Night eine zwar traurige, aber doch auch Vertrauen und Geborgenheit vermittelnde Insel abseits des hektischen, oberflächlichen Alltags. Die leisen Melodien umschmeicheln den Hörer, der Gesang nimmt ihn mit auf eine Reise der Gefühle und erzählt von den Gegnsätzlichkeiten des Lebens, die doch vollkommen ihre Bedrohung verlieren, wenn Obsidia von ihnen kündet. Obsidian Voice offeriert mit ihrem selbst so bezeichneten Piano Dark Wave die ideale Musik für die kommenden kühlen Tage, unabhängig von der Jahreszeit aber auch für jegliche einsamen oder besinnlichen Stunden und ruhige Momente. Ein gelungenes, rundes Album, dessen Schöpferin mit ihren Werken mehr vorbehalten sein sollte als die Demo-Ecke der Musikmagazine!
Axel Schön (ORKUS) , 08/2003
Wow, mir ist selten zuvor eine derart emotionale und intensive Eigenproduktion untergekommen. OBSIDIAN VOICE ist das Soloprojekt von Obsidia, die mit "Taste of Night" ihre zweite CD in Eigenregie veröffentlicht und dabei nur mit ihrem gekonnten, klassisch inspirierten Klavierspiel und ihrer warmen, tiefen Stimme derart traurige Musik erzeugt, dass einem kalte Schauer über den Rücken laufen. Die neun Stücke auf "Taste of Night" sind durchwegs entspannter und ruhiger Natur, trotz aller Melancholie aber immer wie eine kuschelige Klangdecke, die den Hörer in der Dunkelheit sanft umhüllt. Lediglich in "Schneezart" hat Obsidia ihrer Schwester Chiara Luna das Klavierarrangement überlassen und im abschließenden "Embrace Me" gesellt sich der tiefe, männliche Gesang von Boheme Farouk Martini, der in dem Song auch Gitarre spielt, hinzu, um mit der Protagonistin ein schaurig-schönes Duett zu zelebrieren. Die Texte sind etwa zur Hälfte in Englisch und Deutsch gehalten, wobei sich auch die deutschen Texte sehr gut machen, was ja immer ein sehr schmaler Grat ist. Aber Obsidia ist es gelungen, ebenso emotionale und poetische Texte in ihrer Muttersprache zu verfassen, wenngleich diese auf Anhieb natürlich deutlich direkter erscheinen als das englische Textwerk. Was die Künstlerin selbst als Piano Dark Wave tituliert, erinnert gelegentlich an eine düstere Variante von frühen Tori Amos-Aufnahmen, da hier euphorische Momente nahezu gänzlich ausbleiben und das Piano bis auf die oben genannte Ausnahme als einziges Instrument all die angestaute Wehmut ausdrückt. Fazit: OBSIDIAN VOICE ist die pure Emotion, auf ein Minimum reduziert und durchwegs dunkler Natur. Musik für den einsamen Abend allein, die tief in Herz und Seele dringt, um dort einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Diese wunderbare CD ist all jenen zu empfehlen, die gerne tief in Melancholie versinken und sich dabei auch nicht vor musikalischem Anspruch scheuen.
LEGACY , 08/2003
Versunken lausche ich den melancholischen und Sentimentalität hervorrufenden Klängen Obsidian Voice's, die, losgelöst von den Zwängen des Alltags, durch den Raum zu schweben scheinen und sich ihren festen Platz im Herzen ihrer Zuhörer suchen. Obsidia, deren warme und unaufdringliche, dennoch emotional bewegende Stimme alleine durch das Klavier begleitet wird, berührt durch ihre Lieder verloren geglaubte Emotionen im tiefsten Inneren unseres Wesens. Traurigkeit ist sicherlich eine dieser Emotionen, doch bahnt sich im gleichen Maße, wie man versucht ist, sich dieser Trauer zu ergeben, ein Lichtschein der Hoffnung durch die neun getragenen und häufig sehr intim wirkenden Kompositionen. "Jesus" ist so ein Stück, das in beinahe gospelartiger Intensität Zuversicht zum Ausdruck bringt, wo fatalistisches Ertrinken in seinen Gefühlswallungen doch so viel einfacher wäre. Selbst "Requiem", der finale Abgesang irdischen Daseins, verströmt bei aller dunklen Intensität die hoffnungsvolle Aussicht auf das Leben danach. Der Mut, sich alleine bei Klavierbegleitung in der Steille der Nacht derartig intensiv mit der Welt und den Gefühlen, die uns umgeben, auseinanderzusetzen, verdient höchsten Respekt und Bewunderung.
10/10 - MK
Michael Kuhlen (Obliveon Magazin) , 07/2003
Besinnliche und klassische Arrangements, das ist der Kern des neuen Piano-Darkwave-Projekt Obsidian Voice. Das Debutalbum der Künstlerin Obsidia verleiht den düsteren Seiten des Lebens einen melancholischen Klang und gibt uns einen "Geschmack der Nacht".
Nach dem 2001 veröffentlichtem Demo "Black Wine" eroberten die sanften Klänge von Obsidian Voice die Herzen im Sturm. Namenhafte Musiker und Rezensenten bedachten "Black Wine" mit Lob, mit "Dreams" belegte das Projekt Platz 13 der Sonic Seducer Battle Of The Bands 2001. Nun folgt 2003 die Debut-CD von Obsidian Voice.
Die CD fasst die Traurigkeit in Musik, stellt Emotionen in den Vordergrund und schafft es, den Hörer zu bewegen. Auf dem aktuellen Album bannt Obsidian Voice erneut Oden an die Melancholie auf CD, diesmal mit Gastmusikern, die im richtigen Moment in den Liedern zum Einsatz kommen. Das Album verleiht den düsteren Seiten des Lebens kraftvoll und facettenreich Klang ohne sich in plumpen Texten zu verlieren. Obsidian Voice ist nichts für den anspruchslosen Hörgenuss, man muss in die Songs eintauchen, seine Emotionen mit den Liedern verweben und die Musik mitfühlen. Gehaltvolle Musik - getauft Piano Darkwave - für den aufgeschlossenen Hörer.
Karsten Ripsam (Blacklight Magazin) , 07/2003
Es gibt eigentlich nicht arg so viele Newcomer die mich quasi umblasen. Ganz besonders, wenn sie sich an deutschen Texten versuchen. Darüber hinaus kriege ich häufig schon die Krise, wenn ich die gängigen Computermusikanten in meinem CD Player wiederfinde. Ganz seltene Fälle sind Gruppen wie Beautiful Disease oder Obsidian Voice. Akustisch erzeugte Musik, dazu eine großartige Stimme, Musik und Texte die Gänsehaut zu vermitteln wissen. Dies ist die zweite CD von Obsidian Voice und zum zweiten mal bin ich hin und weg von einer großen Stimme und einer Frau die es vermag einen in Traumwelten zu versetzen und der es gelingt Gänsehaut zu erzeugen. Die Ignoranz einer dummen und kreativitätsfremden Musikindustrie hat dergleichen Perlen bisher nicht genügend wahrgenommen. Schade, doch letztendlich setzt Qualität sich immer durch, sofern der Atem lang genug ist. Obsidian Voice besticht durch wundersame einschmeichelnde Pianoklänge und sich dazu wunderbar ergänzende Gesänge. Das Piano steht zwar vorne, doch es vereint sich mit anderen Instrumenten zu einer Platte die so rein und klar klingt, wie frisch gefallener Schnee zu wirken vermag. Rein - klar und sensitiv wirkt diese Musik. Traumhaft schön ist dieses Wechselspiel zwischen intelligenten berührenden Texten und einer traumwandlerisch schönen Elfenmusik. Musik die einen in den Bann nimmt und kaum mehr loslässt. Wunderschön ist auch das jeweilige Zusammenspiel zwischen der Künstlerin und ihren Mitstreitern wie Chiara Luna oder Farouk Martini. Embrace me ist ein Stück das mit der richtigen Unterstützung ein Evergreen werden würde. Hoffentlich werden wir noch weitere derartig wunderbare Musiken zu hören bekommen. Traumwerk - 10 p.
Steff Mensing (Astan Magazin) , 07/2003
Einige Künstler suchen verzerrte, elektronische Gesangsstrukturen für ihre Songs, die anderen wiederum nur klassische Elemente. Zu letzteren gehört die Sängerin und Songwriterin Obsidia mit ihrem Projekt OBSIDIAN VOICE. "Taste of Night" ist ein schwermütiges Werk, welches der Hörer mehrmals hören sollte, um dann in den einzelnen Songs, wie "Out of my Head" oder "Sleeping Bride" so richtig aufzugehen. Die Stimme von Obsidia kann getrost den Vergleich mit namhaften Künstlerinnen wie Lisa Gerrard oder Loreena McKennitt stand halten. Hierbei nutzt die Sängerin ihr Stimmenvolumen scheinbar gänzlich aus und erzeugt in Symbiose mit reinen, warmen Klavierklängen ein Gefühl der Entspannung, Sehnsucht, ja fast schon Träumerei. "Taste of Night" ist für den romantischen poesieverliebten Goth' wie auch für den klassikliebenden Musikprofessor an der Uni absolut geeignet. Und auch Gastmusiker/Sänger geben sich auf der CD die Ehre. Da wären beispielsweise Chiara Luna oder Boheme Farouk Martini von der Band "Fay September", der mit Obsidia gemeinsam bei "Embrace Me" singt und dessen Stimme ebenfalls ausnahmslos gut klingt. Beide Stimmen in einem Lied vereint bilden einen krönenden Abschluss dieser CD. Bleibt das positive Fazit, dass hier von OBSIDIAN VOICE, ohne zu sehr auf den typischen dunklen Klischees herumzureiten, ein schaudernd schönes Werk geschaffen wurde. Schade, dass "Taste of Night" höchstwahrscheinlich nur einigen Szenemenschen vorbehalten bleibt, da sich die CD ohne feste Label- und Vertriebsstrukturen verkaufen muss. Lediglich auf der Website von OBSIDIAN VOICE kann man die CD erwerben.
(Friedhofsradio) , 07/2003
Die dunklen Seiten menschlicher Emotionen - darum geht es bei dem Soloprojekt Obsidian Voice der Künstlerin Obsidia. "Taste Of Night" ist das zweite Album des Projekts nach "Black Wine" im Jahr 2001. Die ruhigen melancholischen Dark Wave Songs des Projekts basieren nur auf Piano und weiblichem Gesang und kreieren auf diese Weise eine ganz besonders dunkle und tiefgehende Atmosphäre. Inhaltlich spiegelt sich in den Songs die Widersprüchlichkeit des Lebens: Das schmerzlichste wird ästhetisch, das hoffnungsvollste bedrohlich. Mit "Taste Of Night" hat Obsidian Voice ein Album geschaffen, welches ideal zum kommenden Herbst die ersten herbstlichen Gefühle aufkommen lässt. Von den insgesamt 10 Songs sind als Anspieltips zu empfehlen: "Out Of My Head", "Lullaby", "Requiem". Fazit: Dunkle Musik für kältere Tage auf hohem anspruchsvollen Niveau.
Andreas (Dark Heart Magazin) , 07/2003
Vor mir liegt ein Album voller Traurigkeit. Vor mir liegt ein Album, das vor allem nur durch Gesang und Klavier getragen wird und wo jedes Lied seine eigene leidvolle Geschichte erzählt. Sehr dunkel und sehr melancholisch. Aber nicht so, dass es nach einiger Zeit langweilig werden würde. Es gibt melancholische Lieder, die sehr schleppend sind und die einen in eine Weltuntergangsstimmung versetzen. Aber Obsidian Voice versteht es, dem Zuhörer eine Art von Vertrauen und Geborgenheit zu geben und eine heilende Hand über die Wunden zu legen, welches das hektische Leben da draußen zugefügt hat. Man kann sich fallen lassen und träumen und wird getragen wie auf einer Wolke. Als ich die CD zum ersten Mal hörte und „Out of my Head“ begann, fühlte ich mich stark an das „Love me to the End“ von Deine Lakaien erinnert (zumindestens der Anfang). Es ist ein Album, was die Sinne berührt und Gänsehautstimmung hervorbringt. Es ist natürlich vorausgesetzt, dass man für klassische Musik was übrig hat und es an sich heranläßt. Aber ich denke, auch für einen Industrial-Hörer wie mich gibt es Zeiten, wo man in Ruhe auch solch eine CD hören kann, zur Ruhe kommen und alte Erinnerungen wieder hochkochen lassen kann. Beeindruckendes Album mit einem sehr schönen klassischen Klavierspiel, anders kann ich es nicht beschreiben. Oder wie ein Hörer von Obsidian Voice schrieb: „Lieder, wie Bilder eines Abschiedes in schwarz/weiß“
...
Ihre Stimme ist sehr eindringlich und warm, zart hauchend und tiefschwarz, wenn sie von den „Schatten der Vergangenenheit“ singt oder „OBE“ (Out-Body-Experince) Erfahrungen macht.
Interessant ist das letzte Lied „Embrace Me“, wo Obsidia mit Boheme Farouk Martini ein Duett singt und das ganze zusätzlich mit einer Akustikgitarre begleitet wird. Ein Ohrwurm ist vorprogrammiert.
Eniz (X-Ploited Onlinemagazin) , 07/2003
Wahrscheinlich läuft in meinem CD Player eines der wundervollsten, schönsten und düstersten Alben, dessen ergreifende Ausstrahlung und Perfektion ein Kunstwerk darstellt, welches nur vergleichbar wäre mit der ersten nicht genmanipulierten und in der Natur gewachsenen schwarzen Rose. Klaviersonaten, welche in ihrer getragenen Eleganz eine gefühlvolle Melancholie erzeugen und jedes schwarze Herz in einer Liebkosung der Dunkelheit warm ummantelt. Bereits mit ihrem Debüt gelang der Solokünstlerin ein wahrer Geniestreich, weit ab von allen neuzeitlichen Musikgenres, das Zweitwerk ist erneut eine Ode an die Traurigkeit, allerdings noch betörender und deutlich sakraler. Obsidia lässt ihr Timbre in einer dunklen Form des Heavenly Voices intonieren. Trotz ihrer stimmlichen Kraft bleibt der Klang des Gesangs voller Verzweiflung. Im Gegensatz zum Vorgänger arbeitet Obsidia hier auch mit exzellenten Gastmusikern zusammen, welche sich in „Embrace me“ zum Höhepunkt spielen. Das klassische Klavier in Verbindung mit akustischer Gitarre, dazu ein gelungener Wechselgesang zwischen warmen männlichen Vocals und einem weiblichen Nick Cave. Die mit deutschen und englischen Texten versehenen Epen sind antimanische Manifeste, deren Energie den Hörer tief runterzieht, aber nicht in einen Abgrund, sondern ins tiefste Innere seines Seins. „Sleeping Bride“ oder „Lullaby“ eröffnen sich mit einer fast verspielten Naivität, bevor sie sich in elegischen Hymnen einer schmerzlichen Ästhetik hingeben und gleichsam einer emotionalen Schönheit frönen, deren Effekt einer tröstenden Mutterhand in einer Phase kindlicher Angst gleichkommt. Wer „Requiem“ gehört hat, wird nie wieder applaudieren, wenn ein Musical mit einer traurigen Ballade endet, denn er weiß, das hab ich schon besser gehört. „taste of night“ ist das Werk, welches mich mit Abstand in den letzten Jahrzehnten am meisten berührt hat. Manchmal bin ich glücklich, traurig zu sein. Album des Jahres, mindestens.
Andreas (Amboss Magazin) , 06/2003
Taste of night - welch wohlklingender Titel für das zweite Album der Band Obsidian Voice. Besteht diese Band doch nur aus einer Person, so vermutet man doch eigentlich weitaus mehr Köpfe hinter diesen Songs. Mit Piano Dark Wave ist diese Stilrichtung wohl sehr treffend bezeichnet worden. Die Songs auf diesem Album kommen sehr getragen daher, und scheinen teils schwer - teils federleicht durch die Lüfte zu schwingen. Diese besinnliche Art der Musik entspricht nicht alltäglicher Musik, wie sie heutzutage überall anzutreffen ist. Um die Tiefe dieser Songs erfassen zu können, ist es sinnvoll sich bei einem Glas Rotwein in eine von Kerzenschein erleuchtete Ecke zu verziehen, und den Alltag Alltag sein zu lassen. Die nötige Atmosphäre entwickelt sich bereits nach den ersten Noten, und verstärkt sich von Song zu song. Gänsehautfeelings gibt es bei dem Song Jesus. Ein wundervoller Track-entry...doch hört lieber selbst! Keine außergewöhliche, aber sehr erotisch-traurig-schöne Stimme erwartet den Hörer bei den 9 Songs auf dem Album. Schade ist, das die Lyrics dem Album nicht enthalten sind. Mit den Lyrics wäre es dem Hörer einfacher die von Obsidia besungenen Bilder besser zu erblicken. Instrumentale Abwechslung sucht man auf diesem Album vergebens...doch ich denke wer an dieses Album herantritt, erwartet keine verzerrten Gitarren oder ähnliches. Ein Song ist mir schon auf der Album-Rückseite ins Auge gesprungen. Schatten der Vergangenheit. Verspielte, getragene, traurige Melodie. Für mich der Höhepunkt des Albums. Letztlich möchte ich dieses Album mit einem Track-Titel von Taste Of Night umschreiben: SchneeZart.
DLP, (Der Lachende Prophet), 06/2003